GAIA – Ecological Perspectives for Science and Society/Ökologische Perspektiven für Wissenschaft und Gesellschaft

Verein Gaia
oekom verlag

Die internationale GAIA-Community am GAIA-Jahrestreffen 2017 in der BOKU (Universität für Bodenkultur) Wien.

Orte: Zürich, München

Seit: 1992

Bis:

Aktiv in: Wissenschaftskommunikation; Netzwerke aufbauen; akademisches Publizieren

Website

Das übergeordnete Ziel Eurer Arbeit:

Ein Forum bieten für Wissenschaftler*innen und Wissenschaftsinteressierte, die sich mit Hintergründen, Analysen und Lösungen von Umwelt- und Nachhaltigkeitsproblemen befassen.

 

Beschreibt in bis zu 100 Worten, wer Ihr seid und was Ihr macht:

Die Zeitschrift veröffentlicht Originalarbeiten aus der internationalen inter- und transdisziplinären Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung und transformativen Wissenschaft und stellt Ansätze zur Lösung von Umweltproblemen zur Diskussion. Wir garantieren wissenschaftliche Exzellenz durch doppelt blinde Fachbegutachtung unter der Aufsicht eines renommierten Herausgeberkreises und wissenschaftlichen Beirats. Gleichzeitig ermöglichen wir dank eines sorgfältigen Lektorats einen einzigartigen fachübergreifenden Dialog in verständlicher Sprache (Deutsch und Englisch). Wir legen Wert auf Visualisierungen (Vierfarbdruck, Bilder), Politikrelevanz und Handlungsempfehlungen. GAIA wird getragen vom Verein Gaia und von verschiedenen Institutionen und Vereinigungen der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung. Sie wird von einem unabhängigen deutschen Verlag nach höchsten Umweltstandards hergestellt. GAIA erscheint viermal jährlich.

 

3 thematische Schwerpunkte Eurer Arbeit:

Inter- und transdisziplinäre Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung

Transformative Wissenschaft

Transdisziplinäre Lehre

 

Beschreibt Eure Aktivitäten in zehn Stichworten:

Transdisziplinarität; Nachhaltigkeitsforschung; Fallstudien; Transformative Wissenschaft; Interdisziplinarität; sorgfältiges Lektorat; Diskussionsforum; Fachbegutachtung; Politikrelevanz; Mitteilungsorgan für Kooperationspartner*innen

Wo würdet Ihr Eure Praxis verorten zwischen den Polen…

Nische: kleine Zeitschrift in kleinem unabhängigem Verlag. Gegenentwurf: aus dem, was wir publizieren, sollten Modelle für eine transformative Gesellschaft hervorgehen.

Wir publizieren Wissenschaft. Idealerweise geht daraus Aktivität hervor.

Der Verlag lebt von seinen Publikationen, die Redakteur*innen von ihrer Arbeit. Fachgutachten werden ehrenamtlich erstellt – bzw. als Teil wissenschaftlicher Tätigkeit.

Utopien können langfristig den Weg zu Realpolitik weisen.

GAIA wurde vor fast 30 Jahren aus der Taufe gehoben. Sie ist mit der damals noch jungen Disziplin Umweltwissenschaften gewachsen, also heute etabliert.

Wir sind Teil des wissenschaftlichen Publikationssystems, wollen aber Platz für Bottom-up-Initiativen lassen.

Mit welcher Eurer Aktivitäten aus der letzten Zeit seid Ihr besonders zufrieden und warum?

Strategieprozess mit verschiedenen Neuerungen, u.a. GAIA Masters Student Paper Award. GAIA wurde so bekannter bei jüngeren Forschenden und Studierenden.

 

Welche Aktivitäten habt Ihr als nächstes geplant?

Allenfalls online-only- und Vorab-Publikationen, um schneller und mehr publizieren zu können.

 

Zu welchem Thema würdet Ihr gerne arbeiten oder aktiv werden, wenn Ihr keinen praktischen Einschränkungen (z.B. Finanzierung, Zeit) unterläget?

Open Peer Review; Gold Open Access; thematische Tagungen mit anschließenden Sonderheften (Beispielthemen: Suffizienz, transdisziplinäres Lehren und Lernen, Postwachstumsgesellschaft, Environmental Humanities …)

Welche zentrale Lernerfahrung habt Ihr in Eurer Arbeit zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft gemacht?

Als TD werden zum Teil auch Projekte bezeichnet, die nicht unbedingt Wissenschaft sind, sondern z.B. Planungs- oder Ingenieursaufgaben zusammen mit Praxisakteur*innen erfüllen. TW ist ein Konzept, das zu spannenden Diskussionen über Unabhängigkeit, Wertfreiheit und Verpflichtung von Wissenschaft führt.

 

Was ist Euer Geheimtipp für die Arbeit zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Immer wieder prüfen: Ist es Forschung? Lasse ich mich in einer Weise beeinflussen, die meiner wissenschaftlichen Redlichkeit und der Ergebnisoffenheit schaden könnte?

 

Was ist die größte Herausforderung bei Aktivitäten zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Eine Herausforderung ist es sicher, sich einerseits nicht in Theoriediskussionen zu verlieren, aber andererseits auch nicht Praxisprojekte als Wissenschaft zu verkaufen.

 

Welche institutionellen und/oder strukturellen Faktoren erschweren Euch die Aktivitäten im Bereich Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Uns als Zeitschrift erschweren vor allem die schwierigen finanziellen Bedingungen, wenn man nicht zu einem großen Verlag gehört, die Arbeit. Ein weiteres Problem ist, dass strukturelle Bedingungen ebenfalls von den „Großen“ mitdefiniert werden. Das ist aber nicht spezifisch für TD/TW. Zum Teil wird unsere Arbeit auch dadurch erschwert, dass die Diskussionen zum Thema im deutschsprachigen und im internationalen Raum nicht unbedingt vergleichbar sind und wir nicht vollständig auf die deutsche Sprache verzichten wollen/können.

 

Was sind aus Eurer Sicht blinde Flecken im Diskurs zu Transformativer Wissenschaft?

Man sollte aufpassen, dass nicht die gesamte Forschung (etwa alte Sprachen u.ä.) einem TW-Diktat untergeordnet wird, das wäre eine Art erneuertes Nützlichkeitsdiktat. (Allerdings sind wir davon weit entfernt.)

Stand: September 2020

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