Partizipative Wissenschaftsakademie

Universität Zürich und ETH Zürich

Citizen Science Skills

Ort: Zürich

Seit: 2018

Bis:

Aktiv in: Lehre; Forschung; Wissenschaftskommunikation; Netzwerke aufbauen; Prozessgestaltung; akademisches Publizieren; Kurse für die breitere Öffentlichkeit

Website

Das übergeordnete Ziel Eurer Arbeit:

Wir möchten partizipative und co-kreative Citizen Science fördern, das heißt Projekt- und Arbeitsformen, die von einem hohen Maß an Partizipation gekennzeichnet ist und die verschiedene Arten und Weisen der Wissensproduktion berücksichtigt.

 

Beschreibt in bis zu 100 Worten, wer Ihr seid und was Ihr macht:

Die Partizipative Wissenschaftsakademie qualifiziert Bürger*innen sowie Forschende durch Bildungsangebote mit Wissen und Kompetenzen für methodisch und inhaltlich professionelles partizipatives Arbeiten. Wir bieten verschiedene Formate wie Workshops, Vortrags- und Gesprächsreihen und Winter Schools an. Ein wichtiges Instrument sind Seed Grants, die wir an Projektteams vergeben können. Dadurch soll die Erarbeitung innovativer Forschungsvorhaben ermöglicht werden. Wir vernetzen uns national und international mit der Citizen Science-Community. Die PWA wird von der Stiftung Mercator Schweiz gefördert.

 

3 thematische Schwerpunkte Eurer Arbeit:

Bildungsangebote für Forschende und Bürger*innen zu co-kreativer und partizipativer Citizen Science

Finanzielle Förderung von partizipativen Citizen Science-Projekten

Forschung über Citizen Science

 

Beschreibt Eure Aktivitäten in zehn Stichworten:

Bildungsangebote: Was bedeutet Co-Kreation in der Wissenschaft?; Vernetzung von verschiedenen Akteur*innen; Vergabe von Seed Grants; Begleitung von Projektteams, die mit einem Seed Grant gefördert werden; Organisation von Konferenzen; Forschung über partizipative Citizen Science; aktive Teilnahme an Citizen Science-Konferenzen, besonders im deutschsprachigen Raum; Organisation von Vortragsreihen, Bsp: „Citizen Science: Potenziale für eine transformative Wissenschaft“; Aufbau und Pflege eines Facilitator-Pools; Forschung über Wissensproduktion in Citizen Science

Wo würdet Ihr Eure Praxis verorten zwischen den Polen…

Citizen Science KANN ein Gegenentwurf zu etablierter Wissenschaft sein, wird in der Umsetzung aber immer in einer Nische bleiben.

Wir möchten auf Wissenschaft wirken, in dem Sinne, dass wissenschaftliche Erkenntnisse generiert werden und eine Form von Wissenschaft betrieben wird, die alternative – auch aktivistische – Formen der Wissensgenerierung beinhaltet.

Wir arbeiten im Hauptamt, wissen aber, dass viele der Projekte, die wir fördern, auch viel ehrenamtliche Arbeit betreiben.

Wir orientieren uns unter anderem an Erik Olin Wright und seiner Idee der realen Utopien.

Wir sind so was dazwischen – Citizen Science hat einen starken Boost erfahren. Unser Ansatz (Bildung für partizipative Citizen Science) ist unseres Wissens nach aber neu.

Wir möchten Impulse von Bürger*innen aufnehmen, das klappt mal mehr und mal weniger.

Mit welcher Eurer Aktivitäten aus der letzten Zeit seid Ihr besonders zufrieden und warum?

Mit der Citizen Science Winter School, die wir im Januar 2020 ausgerichtet haben, waren wir sehr zufrieden, weil das Interesse der Nachwuchsforschenden sehr hoch war, Diskussionen intensiv und wir viel Interesse und Bereitschaft gesehen haben, „outside the box“ zu denken.

 

Welche Aktivitäten habt Ihr als nächstes geplant?

Auf der Agenda stehen Bildungsangebote für Bürger*innen, die wir im Rahmen der Volkshochschule Zürich anbieten. Ebenfalls in Planung ist ein Kurs für Mitarbeitende in Museen und Sammlungen, die Citizen Science einsetzen möchten.

 

Zu welchem Thema würdet Ihr gerne arbeiten oder aktiv werden, wenn Ihr keinen praktischen Einschränkungen (z.B. Finanzierung, Zeit) unterläget?

Wir würden gern mehr Zeit für Forschung haben. Wie wird Wissen in Citizen Science produziert? Was für ein Wissen zählt? Außerdem würden wir gern mehr und professionellere Kommunikation nach außen betreiben…

Welche zentrale Lernerfahrung habt Ihr in Eurer Arbeit zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft gemacht?

Dass es mehrere Lernschleifen gibt und ein tiefes Potenzial für Veränderungen aus der Wissenschaft heraus. Aber auch, dass auch TW sehr exklusiv ist oder sein kann und mit sehr ausgewählten Mitgliedern der Gesellschaft spricht. Ein Demokratisierungspotential (das manchernorts Citizen Science zugesprochen wird) sehe ich in TW weniger, da es häufig wenige Personen inkludiert.

 

Was ist Euer Geheimtipp für die Arbeit zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Know what you don’t know 😉

 

Was ist die größte Herausforderung bei Aktivitäten zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Eine große Herausforderung ist die gemeinsame Problemdefinition und insgesamt ein Verständnis darüber herzustellen, was realistische Ziele sind. Meine Erfahrung ist, dass Personen, die weniger Berührungspunkte mit der Wissenschaft haben, unrealistische Vorstellungen darüber haben, was Wissenschaft leisten kann.

 

Welche institutionellen und/oder strukturellen Faktoren erschweren Euch die Aktivitäten im Bereich Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Die starken Hierarchien in Universitäten und die wenigen Fördermöglichkeiten für Projekte. Darüber hinaus werden Citizen Science und meiner Erfahrung nach auch TW als Nische angesehen, als nicht „richtige“ Wissenschaft. Das berührt also auch kulturelle Fragen, was als Wissenschaft verstanden wird.

 

Was sind aus Eurer Sicht blinde Flecken im Diskurs zu Transformativer Wissenschaft?

Gender. Ich sehe viele umweltbezogene Themen in der TW, die zweifelsohne wichtig sind. Strukturelle Fragen des Geschlechterverhältnisses fallen da manchmal hinten runter.

Stand: März 2020

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