Kommission für Forschungspartnerschaften mit Entwicklungsländern (KFPE)

Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT) Akademien der Wissenschaften Schweiz

Ort: Bern

Seit: 1994

Bis:

Aktiv in: Wissenschaftskommunikation; Netzwerke aufbauen; Prozessgestaltung; Campaigning; Lobbying; akademisches Publizieren; Interfacefunktion

Website

Das übergeordnete Ziel Eurer Arbeit:

Förderung von Forschungspartnerschaften mit Ländern ausserhalb der OECD

 

Beschreibt in bis zu 100 Worten, wer Ihr seid und was Ihr macht:

Die KFPE ist die zentrale Informationsstelle für „Nord-Süd“-Forschung in der Schweiz sowohl für Forschende als auch für die Adressat*innen dieser Forschung. Sie engagiert sich für eine vermehrte und wirksame Forschungszusammenarbeit auf Augenhöhe mit Ländern niedrigen und mittleren Einkommens. Sie fördert die Qualität dieser Forschung (Konzepte, Methoden etc.), sie vermittelt zwischen den verschiedensten Akteur*innen und sie sensibilisiert die Forschungsgemeinschaft, politische Entscheidungsträger*innen und die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit und Anliegen dieser Forschungspartnerschaften als Beitrag zur Lösung globaler Probleme. Letzteres tut sie mit Konferenzen, Stellungnahmen und Positionspapieren zur Information von Entscheidungsträger*innen in Politik, Wirtschaft, Verwaltung und der Öffentlichkeit.

 

3 thematische Schwerpunkte Eurer Arbeit:

Die variieren je nach Aktualität, da die KFPE auf einer Metaebene tätig ist, siehe hier.

 

Beschreibt Eure Aktivitäten in zehn Stichworten:

Methoden; Konzepte/Prozesse; transboundary; Transdisziplinarität; globale Herausforderungen (Probleme); Nachhaltigkeit; SDGs; Forschungspartnerschaft; Partizipation; Outcome – Impact – Capacity Building

Wo würdet Ihr Eure Praxis verorten zwischen den Polen…

Einerseits ist Nord-Süd Forschung marginalisiert, andererseits zeigt sie meines Erachtens ganz klar in die Zukunft – dorthin, wo sich die Gesellschaft bewegen muss…, wenn sie die globalen Herausforderungen anpacken will.

Die KFPE ist sehr nahe an der Wissenschaft und versucht primär dort Einfluss zu gewinnen oder mit wissenschaftlichen Analysen ein Thema zu beleuchten. Eher aktivistische Züge bekommt sie im Hinblick auf die Forschungsförderung… – damit diese der Nord-Süd Forschung das ihr gebührende Gewicht schenken (BFI und IZA Botschaften u.a.m.).

Viele Direktor*innen sitzen im strategischen Board der KFPE. Die meisten tun dies, weil sie darin eine win-win Situation sehen und merken, dass der koordinierte Auftritt dem Anliegen hilft…

Früher war die Nord-Süd Forschung ziemlich exotisch… – sie ist immer noch marginalisiert, aber wird viel stärker wahrgenommen gerade im Hinblick auf globale Herausforderungen. Die Schweiz hat allerdings sehr viel gut zu machen im internationalen Vergleich (siehe auch unten).

Von daher ist sie heute etablierter – die KFPE wird auch immer wieder zum Thema aus der Verwaltung/Politik angefragt. Auf internationaler Ebene ist ja einiges in Bewegung, wenn man sich die Ausrichtung von Horizonte 2020 anschaut oder den global challenges research fund (GCRF) und viele andere mehr.

Viele Themen oder Methoden, welche die KFPE bearbeitet, kommen aus den assoziierten Institutionen oder von Einzelpersonen (Forschung, Forschungsförderung).

Mit welcher Eurer Aktivitäten aus der letzten Zeit seid Ihr besonders zufrieden und warum?

Hier ist ein Überblick unserer Aktivitäten – siehe 2020.

Die Guidelines to conflict sensitivity, weil sie einen vernachlässigten Aspekt beleuchten und hoffentlich fördern.

Das Factsheet zu Agrarbiodiversität, weil es einen guten Überblick zur gegenwärtigen Situation gibt und im Austausch mit der Praxis realisiert wurde.

Das Factsheet zu den multinationalen Unternehmen mit Sitz in der Schweiz, weil es eine andere Perspektive auf ein aktuelles Thema gibt.

 

Welche Aktivitäten habt Ihr als nächstes geplant?

Zurzeit laufen Projekte in Zusammenarbeit mit COHRED zu Fair Research Contracting oder eine Mapping zu „Delivering Services“ in schweizerischen Forschungsinstitutionen (im Vergleich zum Ausland). Die KFPE wird eine strategische Mehrjahresplanung durchführen in 2020.

 

Zu welchem Thema würdet Ihr gerne arbeiten oder aktiv werden, wenn Ihr keinen praktischen Einschränkungen (z.B. Finanzierung, Zeit) unterläget?

Förderung von Austausch Nord-Süd (Süd-Nord) – die KFPE hatte mal 2 Fördergefässe der DEZA verwaltet: Echanges Universitaires (für kurzfristigen Austausch) und Jeunes Chercheurs… (für die Feldarbeit von Doktorand*innen in Nord-Süd Projekten) – leider gibt es diese nicht mehr – so etwas wäre bitter nötig in der Schweiz. Diese seed money Gefässe führten immer wieder zu grossen Projekten (EU oder SNF etc.).

Welche zentrale Lernerfahrung habt Ihr in Eurer Arbeit zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft gemacht?

TW ist für mich eine Weiterentwicklung von TD, da sie eine stärkere Integration in der Gesellschaft anstrebt – oder eventuell nur ein neues Wort, dass eher auf Verständnis stossen kann, denn wer kann sich unter TD schon was vorstellen… Entscheidend wird sein, wie sich die Forschungsförderung darauf einstellen wird – wie man z.B. am Bsp. England sieht – mit dem GCRF haben Universitäten ihre Strukturen verändert, damit sie Zugriff auf den GCRF haben; Geld regiert offensichtlich …

 

Was ist Euer Geheimtipp für die Arbeit zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Gemeinsames Agenda setting… nicht nur pseudohaft.

 

Was ist die größte Herausforderung bei Aktivitäten zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Geeignete Förderstrukturen, das gemeinsame Agenda Setting und das Interagieren mit involvierten Stakeholder*innen auf Augenhöhe…

 

Welche institutionellen und/oder strukturellen Faktoren erschweren Euch die Aktivitäten im Bereich Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Die heutigen Förderstrukturen

 

Was sind aus Eurer Sicht blinde Flecken im Diskurs zu Transformativer Wissenschaft?

Die rigiden und sklerotisierten Wissenschaftsstrukturen – durch’s Band hindurch.

Stand: August 2020

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