Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit - Ursachen und Alternativen (OHA)

Technische Universität Berlin
Fraunhofer IZM

Kurzlebigkeit von Elektronik ist ein sozial-ökologisches Problem

Ort: Berlin

Seit: 2016

Bis: 2021

Aktiv in: Lehre; Forschung; akademisches Publizieren; Ökodesign; Zuverlässigkeitstests; Transformation zur Circular Economy

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Das übergeordnete Ziel Eurer Arbeit:

Langlebige Produkte und nachhaltiger Produktkonsum

 

Beschreibt in bis zu 100 Worten, wer Ihr seid und was Ihr macht:

Die Forschungsgruppe OHA will das vielgestaltige Phänomen der „Obsoleszenz“, insbesondere das frühzeitige Veralten, Verschleißen und „Aus-der-Mode-Kommen“ und die kürzer werdenden Nutzungsdauern von Elektronikgeräten besser verstehen und Strategien für die Förderung einer nachhaltigen Produktions- und Konsumpraxis entwickeln. Ein Beitrag zur Transformation von Produktions- und Konsumsystemen in Richtung nachhaltiger Circular Economy soll geleistet werden. Die Nachwuchsgruppe wird im Rahmen der Sozial-Ökologischen Forschung des BMBF (FONA) von 2016 bis 2021 gefördert.

 

3 thematische Schwerpunkte Eurer Arbeit:

Generieren von Systemwissen zur Genese und zum Charakter von Obsoleszenz als komplexem sozial-ökologischem Problem

Dialogische Skizzierung von Zielwissen zu einer gesellschaftlich erwünschten sowie intra- und intergenerational gerechten und nachhaltigen Kreislaufgesellschaft

Entwicklung von Transformationswissen zu den Lösungsansätzen und Transformationspfade in Richtung nachhaltiger Produktions- und Konsumsysteme

 

Beschreibt Eure Aktivitäten in zehn Stichworten:

Obsoleszenz; Kurzlebigkeit; Wegwerfgesellschaft; nachhaltiger Konsum; Innovation; Circular Economy; doppelte Entkopplung; Circular Society; Zuverlässigkeit elektronischer Systeme; Ökodesign

Wo würdet Ihr Eure Praxis verorten zwischen den Polen…

Wir forschen an Transformationspfaden, die aus vielversprechenden Nischen heraus in die Kreislaufgesellschaft oder „Circular Society“ führen.

Wir entwickeln systematisches Systemwissen und empirisch fundiertes Transformationswissen. Mit unserer Vision der Circular Society wollen wir aber auch begeistern.

Wir forschen mit Freude in Voll- und Teilzeit und sind mit Ernsthaftigkeit in der Freizeit für Nachhaltigkeit aktiv.

Unsere Ergebnisse sollen an realpolitische Bemühungen zur Transformation von Konsum- und Produktionssystemen andocken.

Wir bewegen uns oft zwischen den Disziplinen und tragen zum Wandel von Wissenschafts- und Wissensregimes bei.

Wir setzen auf politische Regulation und Graswurzel-Bewegung gleichermaßen.

Mit welcher Eurer Aktivitäten aus der letzten Zeit seid Ihr besonders zufrieden und warum?

Entwicklung einer Wanderaustellung zum Thema Reparieren und Selbermachen „zusammen schrauben – A Culture of Repair and Making“

 

Welche Aktivitäten habt Ihr als nächstes geplant?

Publikation eines öffentlichkeitswirksamen 10-Punkte-Papiers

 

Zu welchem Thema würdet Ihr gerne arbeiten oder aktiv werden, wenn Ihr keinen praktischen Einschränkungen (z.B. Finanzierung, Zeit) unterläget?

„Haushaltsinventur“ – repräsentative Forschung zur Anzahl von Konsumobjekten im Haushalt und Entwicklung über die Zeit

Welche zentrale Lernerfahrung habt Ihr in Eurer Arbeit zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft gemacht?

Selbstreflexion und eine gewisse Demut gegenüber der Herkules-Aufgabe der (kollektiven) Transformation sind das A und O

Weder sich selbst noch den Forschungspartner*innen sollten man zu viel versprechen

Auch wenn nur kleine Schritte gemacht werden können, sollte man am Ball bleiben.

 

Was ist Euer Geheimtipp für die Arbeit zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Auch mal kreativ sein und immer wieder versuchen, zu visualisieren

 

Was ist die größte Herausforderung bei Aktivitäten zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Der unsichere Karriereweg und die prekären Anstellungsverhältnisse

 

Welche institutionellen und/oder strukturellen Faktoren erschweren Euch die Aktivitäten im Bereich Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Akademische Ausbildung ist zu wenig auf TD ausgerichtet

In der Öffenltichkeit herrscht bisweilen eine hohe Wissenschaftsskepsis

Die Fördermittel und Förderzeiträume reichen hinten und vorne nicht

Die Unis finden TD und TW oft super, weisen aber keine entsprechenden Lehrstühle/ Professuren zu und überlassen die Finanzierung dem Drittmittel-Sektor

 

Was sind aus Eurer Sicht blinde Flecken im Diskurs zu Transformativer Wissenschaft?

Die Perspektive des Scheiterns und die Frage der Normativität sowie Exklusivität/ Exklusion bestimmter Bevölkerungsgruppen

Stand: Mai 2020

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