PuR – Mit Precycling zu mehr Ressourceneffizienz. Systemische Lösungen der Verpackungsvermeidung

TU Berlin
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Mehrweg statt Einweg

Ort: Berlin; Wuppertal

Seit: 2019

Bis: 2024

Aktiv in: Lehre; Forschung; Netzwerke aufbauen; akademisches Publizieren

Website

Das übergeordnete Ziel Eurer Arbeit:

Grundlegendes Verständnis davon, wie Verpackungsvermeidung systemisch gelingen kann sowie Begleitung der Umsetzung exemplarischer Precycling-Lösungen in den Bereichen Handel, Takeaway-Verzehr und Verbraucherbildung

 

Beschreibt in bis zu 100 Worten, wer Ihr seid und was Ihr macht:

Die Gruppe besteht aus zwei Post-Docs und vier Doktorand*innen aus den Bereichen Ökonomie, Soziologie, Ingenieurwissenschaft, Psychologie und Politikwissenschaft. Die jungen Forschenden analysieren das Wechselspiel zwischen individuellen Faktoren, technischen Voraussetzungen, regulativen Rahmenbedingungen und Alltagspraktiken und verknüpfen diese systematisch miteinander. Von den Ergebnissen sollen Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft profitieren. Gemeinsam mit Praxisakteur*innen werden darauf aufbauend innovative Ansatzpunkte für die Etablierung verpackungsarmer bzw. -freier Praktiken (Precycling) abgeleitet, erprobt und begleitet. Dafür will das PuR-Team beispielsweise ein Beratungsangebot für Start-ups im Bereich der Abfallvermeidung einrichten, Handlungsempfehlungen für den Lebensmittelhandel sowie ein Bildungskonzept zu verpackungsarmer Ernährung entwickeln.

 

3 thematische Schwerpunkte Eurer Arbeit:

Verpackungsvermeidung

Produktions- und Konsummuster

Ressourcenschonung

 

Beschreibt Eure Aktivitäten in zehn Stichworten:

Mehrwegnutzung und die Organisation von Alltag; Nachhaltigkeitsbewertung; Kollektives Handeln in Haushalten; Stoffstromanalyse Unverpackt; Indikatoren für Verpackungsvermeidung; Einflussfaktoren Recyclingfähigkeit; Einflussfaktoren Mehrwegnutzung; Ökonomische Anreizstrukturen; Ökonomie der Abfallvermeidung; Instrumentenmix für Verpackungsvermeidung

Wo würdet Ihr Eure Praxis verorten zwischen den Polen…

Wir möchten, dass Precycling zum Standard wird. Durch eine systemische Betrachtung des Verpackungsproblems kann insgesamt zu Ressourcenschonung beigetragen werden.

Wir betreiben transdisziplinäre Forschung. Das bedeutet, wir beziehen Praxispartner aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft von Anbeginn in die Definition des Problems ein, um auf tatsächlich existierende Nachhaltigkeitsprobleme zu antworten.

Wir sind alle hauptamtlich im Projekt angestellt, wobei sich einige zusätzlich ehrenamtlich für Abfallvermeidung einsetzen, zum Beispiel beim BUND.

Wir möchten einen tatsächlichen Beitrag und Einfluss auf die Politik nehmen. Das Wuppertal Institut verfügt über ein fundiertes und breites Netzwerk und kann sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene hineinwirken.

Unterschiedliche Disziplinen arbeiten an Thema, die Erkenntnisse sind aber bislang noch wenig miteinander verknüpft, insbesondere zwischen Geistes- und Ingenieurwissenschaften. Wir bringen unterschiedliche Perspektiven und Disziplinen zu dem Thema anhand konkreter Fallbeispiele zusammen, was einzigartig ist.

Wir gehen von konkreten Fallbeispielen aus und versuchen zu verstehen, wo die Barrieren für Verpackungsvermeidung liegen.

Mit welcher Eurer Aktivitäten aus der letzten Zeit seid Ihr besonders zufrieden und warum?

Statt Fokusgruppen haben wir eine kombinierte Tagebuch-Interview-Studie zum Thema Bedeutung von Verpackungen im Alltag und was sich durch Corona ändert durchgeführt. Das virtuelle Praxispartnertreffen mit einem Unverpackt-Laden, einem Mehrweg-Lieferdienst und einem Verein, der sich für den Konsum von Leitungswasser einsetzt, lief auch sehr gut. Der Unverpackt-Laden hat uns sogar eine virtuelle Führung durch seinen Laden gemacht und uns alle anfallenden Verpackungen gezeigt.

 

Welche Aktivitäten habt Ihr als nächstes geplant?

Wir erforschen gerade genau das, was uns interessiert und wovon wir einen sozial-ökologischen Impact erwarten: wie lässt sich Verpackungsvermeidung wirtschaftlich und gesellschaftlich umsetzen und verbreiten? Einschränkungen haben wir momentan eher durch Corona, da wir keine Veranstaltungen durchführen können und auf Konferenzen reisen können. Hoffentlich werden Forschungsaufenthalte im Ausland in Laufe der nächsten Jahre wieder möglich sein – das möchten wir nämlich auf jeden Fall machen!

Stand: September 2020

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