Netzwerk für Transdisziplinäre Forschung, td-net

Akademien der Wissenschaften Schweiz

Zu Lösungen gesellschaftlicher Probleme beitragen.

Ort: Bern

Seit: 2003

Bis:

Aktiv in: Lehre; Wissenschaftskommunikation; Netzwerke aufbauen; Prozessgestaltung

Website

Das übergeordnete Ziel Eurer Arbeit:

Das td-net nimmt die Anliegen von Forschenden und Forschungsförderern im Bereich inter- und transdisziplinäre Forschung und Lehre auf. Als Plattform fördert das td-net das gegenseitige Lernen von inter- und transdisziplinär Forschenden und Lehrenden über Fächer-, Sprach- und Landesgrenzen hinweg und trägt damit zur Entstehung einer Fachgemeinschaft bei. Als Kompetenzzentrum verfügt das td-net über Expertise, Methoden und Werkzeuge zur Koproduktion von Wissen. Mit diesen Kompetenzen unterstützt es inter- und transdisziplinäre Forschungs- und Lehrprojekte und führt sie zum Erfolg. Das td-net unterstützt die Akademien der Wissenschaften Schweiz darin, den Austausch und die Zusammenarbeit unter den Disziplinen sowie zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern.

 

Beschreibt in bis zu 100 Worten, wer Ihr seid und was Ihr macht:

Seit 2008 ist das td-net eine Initiative der Akademien der Wissenschaften Schweiz. Lanciert wurde es im Jahr 2000 von der Schweizerischen Akademischen Gesellschaft für Umweltforschung und Ökologie (SAGUF). Das Netzwerk wurde initiiert, um die transdisziplinäre Ausrichtung in verschiedenen Bereichen der Forschung zu fördern. Das td-net sammelt Kompetenzen und Erfahrungen und gibt diese in einem weiten Anwendungskontext weiter und vernetzt Akteure im Bereich der transdisziplinären Forschung und Lehre. Um diese Dienstleistungen optimal erbringen zu können, entwickelt es immer neue Projekte und Produkte, wie den weltweit ersten Massive open online Cours (MOOC) oder das Webportal zu Methoden der Koproduktion von Wissen.

 

3 thematische Schwerpunkte Eurer Arbeit:

Vernetzung von Forschenden unterschiedlicher Fachbereiche und Sprachregionen

Zusammenstellen von Methodenkompetenz und Unterstützung des Transfers über verschiedene Fachbereiche hinweg. Insbesondere auch von den Geistes- und Sozialwissenschaften in die Natur- und Technikwissenschaften

Kompetenzaufbau im Bereich transdisziplinärer Forschung

 

Beschreibt Eure Aktivitäten in zehn Stichworten:

Vernetzung; Capacity Building; Methoden; Dienstleistungen; Community Building; Reflexion; Good Practice; Evaluationskriterien; Nachwuchsförderung; Wissenschaftskultur

Wo würdet Ihr Eure Praxis verorten zwischen den Polen…

Transdisziplinäre Forschung wird immer klarer von verschiedener Seite gefordert, Qualifikationen sind aber noch nicht anerkannt und Karrieremöglichkeiten an Hochschulen beschränkt.

Transdisziplinäre Forschung bleibt in der Wissenschaft verankert, bezieht aber Aktivitäten in der Gesellschaft mit ein.

Das Milizsystem in der Wissenschaft wird grossgeschrieben. Dies ist zum Teil ein Problem für Forschende an Fachhochschulen.

Die Forschung beteiligt sich noch zu selten an der Erarbeitung von Zielwissen – hier sollte auch Utopie einen gewissen Platz haben, um Raum für Innovationen (soziale wie technische) zu schaffen. In der Regel erwartet die Gesellschaft allerdings realistische Lösungsvorschläge und Modellrechnungen.

Inzwischen ist transdisziplinäre Forschung auf der forschungspolitischen Agenda angekommen. Allerdings wird noch nicht in allen wissenschaftlichen Communities das bereits entwickelte Vorwissen (Methodenkenntnis) wahrgenommen.

Partizipative und integrative Ansätze müssen dem bottom-up Prozess genügend Raum geben. Das birgt allerdings auch Schwierigkeiten bei bestehenden Projektfördergefässen.

Die folgenden Fragen beziehen sich auf td-net’s toolbox for co-producing knowledge:

 

Mit welcher Eurer Aktivitäten aus der letzten Zeit seid Ihr besonders zufrieden und warum?

Ausweitung auf ein Webportal, das Übersicht über die Welt der Methoden bietet. Und das wachsende Interesse an spezifischen Methoden zur Verbesserung der Zusammenarbeit.

 

Welche Aktivitäten habt Ihr als nächstes geplant?

Sammlung von Erfahrungswissen in einer breitgefächerten Wissenschaftsgemeinschaft.

 

Zu welchem Thema würdet Ihr gerne arbeiten oder aktiv werden, wenn Ihr keinen praktischen Einschränkungen (z.B. Finanzierung, Zeit) unterläget?

Verbesserung/Unterstützung der Evaluationspraxis und Initiierung von Forschungsprojekten zu gesellschaftlichen Herausforderungen. Identifikation von sozialen Innovationen durch transdisziplinäre Forschung

Welche zentrale Lernerfahrung habt Ihr in Eurer Arbeit zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft gemacht?

Die Anerkennung von TD und TW steigt, dennoch lässt sie wenig eigene Karriereplanung im Wissenschaftsbetrieb zu, da dieser nach wie vor an fakultären Strukturen festhält. Zudem tut sich sowohl TD wie auch TW nach wie vor schwer, spezifische Qualitätsstandards zu etablieren und ihren Mehrwert zu quantifizieren.

 

Was ist Euer Geheimtipp für die Arbeit zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Gutes Systembewusstsein und Offenheit für fremde Ideen und Ansichten. (Selbst-)Reflexion der normativen Aspekte.

 

Was ist die größte Herausforderung bei Aktivitäten zu Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Prozessführung

 

Welche institutionellen und/oder strukturellen Faktoren erschweren Euch die Aktivitäten im Bereich Transdisziplinarität/Transformativer Wissenschaft?

Themenfokussierung ohne Schnittstellen für Querschnittsthemen und Methodenkompetenz. Damit ist TD/TW in der Institutionalisierung und bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten benachteiligt.

 

Was sind aus Eurer Sicht blinde Flecken im Diskurs zu Transformativer Wissenschaft?

Capacity building

Stand: Oktober 2020

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